Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat eine überarbeitete Version ihres Zertifizierungssystems für nachhaltige Baustellen veröffentlicht. Grundlage der Anpassungen sind Praxiserfahrungen aus über 250 zertifizierten Projekten sowie Rückmeldungen aus einer Kommentierungsphase. Ziel ist es, Nachhaltigkeitspotenziale auf Baustellen besser auszuschöpfen und die Qualität im Bauprozess zu sichern.
Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung liegt in der stärkeren Ausrichtung an regulatorischen Anforderungen wie der EU-Taxonomie. Die Grundstruktur des Systems bleibt bestehen: Bewertet werden Baustellenorganisation, Ressourcenschutz, Gesundheit und Soziales, Kommunikation sowie die Qualität der Bauausführung. Ein Zertifikat erhalten Projekte ab einem Erfüllungsgrad von 65 %, wobei bestimmte Mindestanforderungen verpflichtend sind.
Das System kann sowohl für einzelne Baustellen als auch unternehmensweit als Prozessstandard eingesetzt werden. Es dient als Planungs- und Managementtool, um Risiken zu minimieren, Prozesse zu strukturieren und Nachhaltigkeit transparent zu machen.
Neu ist zudem die Qualifikation zum „DGNB Koordinator Baustelle“. Diese speziell geschulte Person begleitet Zertifizierungsprojekte. Die Fortbildung besteht aus einem zweitägigen Kurs und ergänzendem On-Demand-Lernmaterial. Sie richtet sich unter anderem an Bauleitende, Ingenieure, Architekten und Nachhaltigkeitsexperten.

