Bild: Erfurt & Sohn

Erfurt & Sohn startet Partnerschaft mit dem LWL-Freilichtmuseum Hagen

Wie entsteht eigentlich Papier? Das Material, das den Alltag seit Jahrhunderten prägt, wird heutzutage meist in hochmodernen Produktionsanlagen gefertigt. Wie die Papierherstellung jedoch ursprünglich ablief und wie viel handwerkliches Geschick in jedem einzelnen Blatt steckt, das lässt sich im LWL-Freilichtmuseum Hagen nun wieder live erleben. Nachdem die historische Papiermaschine des Museums aufgrund der Insolvenz des bisherigen Faserstofflieferanten seit Frühjahr 2025 stillstand, sorgt nun eine neue Partnerschaft für ihre Rückkehr in den Museumsbetrieb: Der Tapeten- und Spezialpapierhersteller Erfurt & Sohn unterstützt das Museum in Zukunft kostenfrei mit Faserstoff-Wasser-Gemisch und ermöglicht damit die Wiederaufnahme einer der wichtigsten Werk- und Vorführstätten des Museums.

Die Partnerschaft wurde von Henrik Erfurt, geschäftsführender Gesellschafter von Erfurt & Sohn, initiiert. Er führte die Gespräche mit den Verantwortlichen und setzte sich für die Fortführung des historischen Museumserlebnisses ein. „Papier sowie seine Herstellung und Verarbeitung sind Teil unserer Tradition und Historie. Dass wir mit unserer Unterstützung dazu beitragen können, dieses traditionsreiche Handwerk im Freilichtmuseum Hagen wieder erlebbar zu machen, ist für uns eine Herzensangelegenheit“, begründet Henrik Erfurt sein Engagement.

Die Papiermaschine wurde am 31. März 2026 wieder in Betrieb genommen. Die Veranstaltung flankierte den symbolischen Neustart der Anlage, bei dem u. a. Henrik Erfurt, zahlreiche Teammitglieder von Erfurt & Sohn sowie die Museumsleitung und der LWL-Landesdirektor Dr. Georg Lunemann anwesend waren. Das für den Betrieb benötigte Faserstoff-Wasser-Gemisch stammt direkt aus dem Werk von Erfurt in Wuppertal, wo es eigentlich als Grundmaterial für die Herstellung von Vliestapeten aufbereitet wird. Pro Lieferung werden künftig 300 Liter Faserstoff direkt aus dem Pulper entnommen und nach Hagen transportiert. Dort wird er mit rund 900 Litern Wasser zu dem benötigten mit Wasser verdünnten Faserstoff vermischt, der anschließend in der historischen Maschine verarbeitet wird.

Das Papierhandwerk im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen zählt zu den bedeutendsten Industriemuseen Europas. In rund 60 historischen Werkstätten wird hier täglich gearbeitet – von Schmiede und Gießerei über Seilerei und Färberei bis hin zur Papiermühle. Die Besucher können bei der Ausführung traditioneller Handwerksprozesse zusehen und so Techniken kennenlernen, die vielerorts längst aus dem alltäglichen Wissen verschwunden sind. Dabei nimmt v. a. das Thema Papier einen hohen Stellenwert ein: In mehreren Gebäuden wird die Entwicklung des Materials vom handgeschöpften Bogen bis zur maschinellen Herstellung gezeigt.

Die Papiermaschine aus dem Jahr 1928, ursprünglich als Ausbildungsmaschine gebaut, veranschaulicht diesen Übergang. Sie verarbeitet pro Vorführung mehrere hundert Liter des mit Wasser verdünnten Faserstoffs und produziert Papierbögen, die im Museumsshop erhältlich sind sowie in Kindergärten und Grundschulen der Region kreativ genutzt werden. Durch die neue Partnerschaft erhält die historische Papiermaschine nicht nur ihren Rohstoff zurück, sondern das Freilichtmuseum auch eine langfristige Perspektive für Bildungsangebote und Vorführungen. Künftig soll die Maschine zwischen April und Oktober regelmäßig an den Wochenenden im Besucherbetrieb laufen. 

Engagement seitens Erfurt & Sohn

Auch für Erfurt & Sohn bringt die Zusammenarbeit einen besonderen Mehrwert, von dem v. a. die Auszubildenden zum Papiertechnologen profitieren. Das Museum gewährt ihnen exklusive Einblicke, wie die Papierherstellung ursprünglich funktioniert und lässt sie obendrein selbst mit anpacken. „Viele Abläufe sind in den heutigen Produktionsanlagen technisch hochkomplex und gar nicht mehr unmittelbar nachvollzieh- und einsehbar. Im Museum wird das Handwerk für sie nah- und greifbar gemacht und kann seine Faszination viel intensiver entfalten“, so Henrik Erfurt. 

www.erfurt.com

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