Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl, Kreishandwerksmeister Jürgen Seißler und Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers haben sich mit Oberbürgermeister Dr. Michael Kern zu einem Austausch getroffen. An dem Gespräch im Bildungszentrum der Handwerkskammer nahmen außerdem die 2. Bürgermeisterin Dr. Dorothea Deneke-Stoll, Wirtschaftsreferent Prof. Dr. Georg Rosenfeld sowie Stadtbaurätin Ulrike Wittmann-Brand teil. Das Handwerk stellt in Ingolstadt mit rund 1.640 Betrieben, etwa 9.100 Beschäftigten und über 650 Auszubildenden einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.
Das Treffen geht auf eine Initiative des Handwerks zurück und soll den regelmäßigen Dialog mit der Stadtspitze stärken. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Beschleunigung von Verfahren. Die Handwerksvertreter begrüßten die Bemühungen der Stadt, Verwaltungsprozesse effizienter und digitaler zu gestalten, fordern jedoch weitere Schritte.
„Unsere Betriebe sind verlässliche Arbeitgeber, Ausbilder und Steuerzahler – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Umso wichtiger ist es, sie als gleichberechtigte Partner zu behandeln und spürbar zu entlasten“, betonten Peteranderl und Seißler.
Ein zentrales Thema waren langwierige Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben. Das Handwerk wünscht sich insbesondere bei kleineren Mängeln in den Planunterlagen pragmatische Lösungen. Statt vollständiger Ablehnungen sollten Genehmigungen mit Auflagen möglich sein. Seißler ergänzte: „Im Zweifel für den Antragsteller.“ Dies soll Bauherren und Betrieben mehr Planungssicherheit geben und Bauvorhaben deutlich beschleunigen.
Als weiteres Beispiel für mehr Tempo und weniger Bürokratie nannte Peteranderl die Einrichtung von Baustellen: „Die Anzeige des Baubeginns, unterlegt durch eine Versicherung, sollte ausreichen, um eine Baustelle zügig zu genehmigen. Weitere Maßnahmen wie Halteverbotszonen können die Betriebe eigenverantwortlich umsetzen. Auch die Fertigstellung kann unkompliziert gemeldet werden.“ Dies reduziert den Verwaltungsaufwand, verkürzt Bauzeiten und spart Kosten.
Auch der Handwerkerparkausweis war Thema des Gesprächs. Das Handwerk fordert unbürokratischere Regelungen, damit Einsätze in der Innenstadt effizient durchgeführt werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherung des Standorts Ingolstadt. Das Handwerk benötigt dringend bezahlbare, ortsnahe Gewerbeflächen. Laut Kreishandwerksmeister Seißler droht andernfalls die Abwanderung von Betrieben in umliegende Landkreise.
Zudem wurde die Umgehung der Meisterpflicht im Friseurhandwerk angesprochen. Handwerkskammer und Stadt vereinbarten, die gemeinsamen Kontrollen zu verstetigen.
Alle Beteiligten bewerteten das Gespräch als konstruktiv und zielführend. Die Stadtspitze kündigte an, den regelmäßigen Austausch fortzuführen.

