Epoxidprodukte bestehen in der Regel aus Harz und Härter, die vor der Verarbeitung vermischt werden. Beide Komponenten enthalten schwerflüchtige Stoffe mit hautsensibilisierender Wirkung. Der Hautkontakt muss deshalb bei allen Tätigkeiten vermieden werden. In der Praxis werden laut BG BAU jedoch meist Leder- oder Arbeitshandschuhe getragen, die zwar mechanisch belastbar sind, vor den Allergenen aber nicht schützen. Auch andere Handschuhmaterialien halten die Stoffe nur kurz zurück.
Das Problem bei der Prüfung: Nach DIN EN ISO 374-1:2016 lassen sich die schwerflüchtigen Allergene nicht direkt nachweisen, obwohl sie die Handschuhe durchdringen. Der Prüfgrundsatz GS-PS-20 löst das über ein Ersatzgemisch (Surrogat) aus Benzylalkohol und Polyethylenglycol. Benzylalkohol trat in den Versuchen bei allen Handschuhmodellen stets zuerst durch das Material. Das Gemisch ist so ausgelegt, dass der messbare Durchbruch früher erfolgt als der erste Nachweis der Allergene bei benzylalkoholhaltigen Epoxidharzprodukten. Die zugrunde liegenden Daten wurden mit einem stoffselektiven Messverfahren (SPME mit GC/MS) an ausgewählten Produkten erhoben. Für Reihenuntersuchungen ist dieses Verfahren zu aufwendig.
Als geeignet gilt ein Handschuh, wenn die Permeationsrate von Benzylalkohol bei 33 °C nach 240 Minuten den Wert von 1,0 μg/cm² × min nicht überschreitet. Der Zeitraum orientiert sich daran, dass Beschäftigte bis zur nächsten Pause mit einem kontaminierten Handschuh weiterarbeiten können. Labore, die bisher nach DIN EN ISO 374-1:2016 geprüft haben, können die Beständigkeit gegen die schwerflüchtigen Inhaltsstoffe damit nun ebenfalls belegen.
Die bisherigen Untersuchungen zeigen zudem, dass die Materialangabe „Nitril" allein für eine Handschuhempfehlung nicht ausreicht, da sich die Zusammensetzung von Nitril-Mischungen unterscheiden kann.
Der vollständige Prüfgrundsatz „Grundsätze für die Prüfung und Zertifizierung von Chemikalienschutzhandschuhen für benzylalkoholhaltige Epoxidharze" (Stand 01.2026) ist auf der Website des Prüf- und Zertifizierungssystems DGUV Test veröffentlicht.
Quelle: BG BAU
