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FAF-Messe mit neuem Konzept

Neues Konzept der FAF: Im Gespräch mit Guido Müller und Mathias Bucksteeg

DER MALER: Warum wurde die FAF erneut verschoben?

Guido Müller: Die aktuelle pandemische Lage war für uns eine schwierige Zeit. Vieles hat sich in dieser Zeit verändert, so auch das Thema Messe. Dieses wollten wir nochmal komplett neu angehen, mit neuen Konzepten, neuen Ideen, wo wir alle unsere Partner gerne mitnehmen möchten. Dafür ist ein gewisser Zeitraum notwendig, und deshalb haben wir es für sehr sinnvoll erachtet, uns diese zwei Jahre Zeit zu nehmen und die Messe mit hoher Planungssicherheit auf das Jahr 2024 zu verschieben.

MALER: Warum wurde der Standort Köln gewählt?

Müller: Wir haben uns ganz bewusst für den Standort entschieden, weil wir sehr gute Erfahrungen mit Köln haben. Insgesamt ist das Ballungsgebiet um Köln sehr interessant für unsere Maler, wir erwarten dort sehr viel auch an Tagesgästen. Und wir haben natürlich auch auf die erfolgreiche Messe 2019 zurückgeblickt, wo der Standort Köln sehr gut angenommen wurde. Das waren für uns wesentliche Gründe, uns wieder für Köln zu entscheiden.

MALER: Bleibt die Messe dann auch dauerhaft in Köln oder soll der Standort wechseln?

Müller: Das haben wir noch nicht entschieden. Es ist auch ein Bestandteil des neuen Konzepts, das wir erarbeiten wollen. Dabei wird sicherlich dann die Standortfrage ein Thema sein. Deshalb muss ich Sie mit der Antwort leider noch vertrösten.

MALER: Gab es denn auch Überlegungen, die FAF ganz zu streichen bzw. unter völlig neuem Label laufen zu lassen?

Müller: Für uns Maler war das nie ein Thema. Auch die Resonanz meiner Berufskollegen zur FAF ist sehr groß, sehr positiv. Man will diesen Treffpunkt der Maler weiterhin erhalten. Deshalb stand das für uns nie zur Diskussion, uns über das Thema Branchentreff zu unterhalten. Ich finde es sehr wichtig, dass wir dieses Ereignis beibehalten. Denn wir haben gemerkt, dass heute nicht alles digital abgebildet werden kann. Deshalb glaube ich weiter an diesen großen Branchentreff, an den Austausch mit unseren Kollegen. Ich blicke hier sehr positiv in die Zukunft und denke, dass es die FAF auf jeden Fall auch noch die nächsten 20 Jahre geben wird.

MALER: Stichwort Nachbargewerke: Die Stuckateure sind mit den Bereichen Ausbau und Fassade ja schon mit am Start. Gab es auch Überlegungen, das Thema Boden stärker zu integrieren, vielleicht sogar über Kooperationen mit anderen Fachgewerken?

Müller: Ja, auch das ist ein Thema, das uns wichtig ist. Denn unser Malerberuf ist ja nicht nur bunt, er ist auch sehr vielfältig. Und da spielen natürlich Themen wie Boden ebenfalls eine ganz wichtige Rolle. Wir sind stark bemüht und in sehr guten Gesprächen mit den Bodenlegern, mit den Raumausstattern, dass sie auch eine entsprechende Präsenz auf der FAF finden, und auch da bin ich sehr optimistisch. Auch da wollen wir die Zeit dahingehend nutzen, das Konzept noch mehr zu schärfen, dass auch der Boden einen entsprechenden Raum bei unserem Branchentreff findet.

MALER: Welcher Turnus ist künftig geplant? Soll die FAF jährlich stattfinden?

Müller: Das ist natürlich für viele ein spannendes Thema, dazu werde ich viel gefragt. Auch das belassen wir im Kern erstmal so, wie es ist. Dennoch überlegen wir natürlich im Zusammenhang mit dem neuen Konzept und vielleicht auch mit anderen Formaten, die neben der Messe dann auch noch eine Rolle spielen, ob es Lösungen gibt, damit die Messe während der Unterbrechung nicht aus den Augen verloren wird. Ich habe mir schon viele spannende Konzepte angehört, sodass wir sicherlich die Zeit nutzen werden, darüber nochmal nachzudenken. Aber bisher ist es nicht geplant, etwas am Turnus zu ändern.

MALER: Was wird sich im Vergleich zur bisherigen Version ändern?

Mathias Bucksteeg: Wir werden ganz wichtige Elemente so einer Fachmesse komplett neu denken. Da ist natürlich das Thema Vernetzung: Wir wollen eine wesentlich höhere Vernetzungsqualität sicherstellen, dass auch schon im Vorfeld die Kontakte vorbereitet und dann noch gewinnbringender und effizienter auf der Messe ausgewertet werden können. Da ist das Thema Digitalisierung. Wir wollen die Messe natürlich nicht digitalisieren, das hat auch bisher bei keiner Messe funktioniert. Es handelt sich schließlich um ein physisches Treffen mit hohem Erlebnischarakter. Doch natürlich kann man die Vorbereitung der Messe, die Kommunikation zwischen den Messen viel intensiver gestalten, sodass die community nicht immer Jahre auf eine neue Messe warten muss, sondern bei den Themen der Messe schon zusammenbleibt. Und zum Schluss ist da natürlich das Thema Erlebnis- und Aufenthaltsqualität: Die Messe ist ein Event mit hohem Erlebnischarakter und nicht nur eine reine Fachinformation, und das wollen wir stärken!

MALER: Viel ist die Rede vom digitalen Ausbau: was bedeutet das konkret?

Bucksteeg: Dass wir bereits im Vorfeld der Messe, zwischen den Messen, nach der Messe eine höhere Netzwerkqualität aufbauen können über digitale Angebote, über die Möglichkeiten, schon communities zu bilden, sich auf bestimmte Themen hin zu vernetzen, den Kontakt bereits im Vorfeld zu suchen. Damit dann auf der Messe das matchmaking einfach besser funktioniert. Und dann das ganze Thema broadcasting, wie man neudeutsch sagt: Wir wollen aus der Messe heraus über die Messe berichten. Und zwar nicht, um die Messe nach draußen zu ersetzen. Vielmehr sollen auf diese Weise noch viel mehr Maler, die es nicht schaffen, selbst zur Messe zu kommen, wahrnehmen, was dort alles läuft und wir so weitere Zielgruppen erreichen. Ein ganz wichtiger Punkt!

MALER: Gibt es ähnliche Veranstaltungen, die als Vorbild gedient haben?

Bucksteeg: Es gib in Deutschland keine Blaupause, die wir einfach so nehmen konnten. Viele Messeveranstalter versuchen gerade, sich neu zu orientieren. Doch im internationalen Bereich gibt es einige Messen, die die „Festivalisierung“ weit vorangetrieben haben, die einen hohen Eventcharakter haben, die aber gleichzeitig sehr stark Inhalte transportieren und die sich auf die wichtigsten Themen fokussieren. Bei vielen solcher Messen kann man sich einzelne Bausteine herauspicken und dann ein neues Konzept daraus machen. Und das werden wir tun.

MALER: Welche Auswirkungen hat das neue Konzept auf die Aussteller? Können sie überhaupt noch ihre Produktneuheiten präsentieren?

Bucksteeg: Natürlich können die Aussteller nach wie vor ihre Produktneuheiten vorführen, aber sie kriegen eine ganze Reihe von weiteren Angeboten an die Hand, die sie nutzen können, etwa Angebote, ihre Leute zusammenzubringen, zusätzliche Informationen digital zu verbreiten und dabei aber gleichzeitig auf der Messe „anfassbar“ zu bleiben. Also es wird eine Erweiterung der Möglichkeiten für alle Aussteller sein, die sie nutzen können, aber natürlich auch nicht nutzen müssen.

MALER: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Tina Niethammer, Redaktion DER MALER UND LACKIERERMEISTER

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