Quelle: Bundesverband der Gipsindustrie e.V

Gipsabbauflächen als Chance für Natur und Umwelt

Neue Lebensräume für eine Artenvielfalt, die so zuvor in diesen Bereichen nicht vorhanden war

Als Bedrohung für Natur und Umwelt wird der Gipsabbau allgemein kritisiert, wenn der Blick nur auf den unvermeidlichen ersten Eingriff gerichtet ist. Dass die ehemaligen Gipsabbauflächen aber auch eine Chance für Natur und Umwelt sein können, wird oft übersehen. „In der Tat belegen Forschungen den Wert der Gipsabbau-Folgelandschaften für die in den bundesweiten Roten Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten aufgeführten Spezies“, sagt Dipl.-Ing. Holger Ortleb, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Gipsindustrie und der Forschungsvereinigung der Gipsindustrie. 

Gerade für den Arten- und Biotopschutz sind die Gipsabbau-Folgelandschaften von großer Bedeutung. Forschungen der Universität Bayreuth etwa haben gezeigt, dass die Artenvielfalt in den ehemaligen Abbaugebieten deutlich höher ist, als in der Umgebungslandschaft. Demnach wirken sich die Störungen, die der Natur in diesen relativ klar umrissenen Gebieten zugefügt werden, im Nachhinein positiv auf die Entwicklung von Flora und Fauna aus. Es entstanden neue Lebensräume für eine Artenvielfalt, die so zuvor in diesen Bereichen nicht vorhanden war. Seltene und unter Naturschutz stehende Pflanzenarten, Vögel, Insekten oder verschiedene Krötenarten fanden hier ihre Rückzugsorte. „Es ist in der Tat so, dass viele Pflanzen und Tiere, die heute vom Aussterben bedroht sind, in den ehemaligen Abbaustätten im wahrsten Sinne des Wortes ihre ökologische Nische gefunden haben“, betont Ortleb. 

Um die Biodiversität in den Abbaustätten schon während der Betriebsphase zu fördern („Natur auf Zeit“), zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln hat der Bundesverband der Gipsindustrie gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen vielfältige Maßnahmen eingeleitet. So wurde unter dem Dach des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden e. V. eine Biodiversitätsdatenbank angelegt. Ziel ist, damit eine fundierte Datenbasis zu schaffen, die die ökologische Bedeutung der Abbauflächen von mineralischen Rohstoffen beleuchtet. Dies soll nicht nur eine bessere Planung und den Schutz von Lebensräumen ermöglichen, sondern auch eine Sensibilisierung für die Rolle gewährleisten, die der Rohstoffabbau für den Artenschutz spielt. 

Die Gipsindustrie beteiligt sich zudem am Projekt „GIBBS“ zur Entwicklung nachprüfbarer Indikatoren und moderner methodischer Ansätze zur Bewertung und bestmöglichen Steuerung der Biodiversität in Rohstoffgewinnungsstätten. Dabei geht es um den Aufbau eines systematischen Monitorings zur Bewertung der Qualität von biodiversitätsfördernden Maßnahmen, wozu neben klassischen Erhebungen auch neue KI-gestützte Methoden oder die Einbeziehung von Citizen Science gehören: 

„Wir können auf den Abbau von Naturgips nicht verzichten. Hochwertiger Naturgips ist nicht nur für die Produktion von Baustoffen sondern auch für viele Produkte unseres täglichen Lebens unverzichtbar“, unterstreicht Holger Ortleb. Die Biodiversität sei jedoch ein wichtiger Faktor im Rahmen der naturverträglichen Gipsgewinnung. „Und es ist wissenschaftlich belegbar, dass durch den umweltverträglichen Gipsabbau die Biodiversität auf Rohstoffgewinnungs-flächen in vielen Fällen höher ist als vorher und so wertvolle Lebensräume für bedrohte Pflanzen und Tiere entstehen.“

https://www.gips.de/

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