Zahlreiche Handwerkskammern haben den Landwirten öffentlich ihre Unterstützung bekundet, da auch in den Betrieben des Handwerks Frust und Unzufriedenheit steigen, z. B. über hohe bürokratische Belastungen, mangelnden politischen Gestaltungswillen und eine negative wirtschaftspolitische Entwicklung in Deutschland, so ein Statement der Handwerkskammer Halle (Saale). Laut dieses Statements sei in den zurückliegenden Monaten das Vertrauen in die Politik verloren gegangen. Bei vielen Betrieben und Beschäftigten herrscht der nachvollziehbare Eindruck: Die unübersehbaren Probleme der Unternehmen im Land werden von der Berliner Politik nicht angepackt oder nicht konsequent umgesetzt. Es passiert viel zu wenig, um die Belastungen für Betriebe und Beschäftigte zu reduzieren und Leistungsträger zu stärken.
„Die Proteste der Bauernverbände (...) finden in den nicht wenigen Unternehmen unserer Branche eine breite Zustimmung. Denn die betriebliche Struktur der Betriebe und auch die aktuellen Problemstellungen, vor denen die Unternehmer beider Branchen stehen, ähneln sich sehr stark. Im Handwerk besteht daher ein hohes Verständnis für ihre Aktionen“, äußert sich dazu Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle.
Auch das Südthüringer Handwerk solidarisiert sich mit den Landwirten. Denn nicht nur bei den Bauern, sondern auch bei den Handwerksunternehmen herrscht Verdruss über die aktuelle Regierungspolitik der Ampel-Koalition in Berlin. Dazu sagt Handwerkskammerpräsident Mike Kämmer: "Wir stehen mit unseren Handwerkern solidarisch an der Seite der Landwirte. Die Sorgen der Handwerkerschaft wie auch der Bauern sind begründet.“
Die Kreishandwerkerschaft Anhalt Dessau-Roßlau hat sogar einen offenen Biref an den Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, geschrieben. In diesem heißt es unter anderem: "Als Handwerker sind wir wichtiger Verbündeter im Eintreten gegen immer weitere Belastungen unserer Wirtschaft und Bevölkerung. Wir stehen solidarisch an der Seite der bäuerlichen Betriebe in Deutschland und wollen gerade in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Die Streichung der Subventionen von Agrardiesel und Steuervorteilen treffen regionale Wertschöpfungsketten, die systematisch – auch im Handwerk – immer weiter belastet werden." (kk)
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