Der Markt für biobasierte Farben und Lacke steht noch am Anfang seiner Entwicklung und macht bislang nur einen kleinen Teil des gesamten Farben- und Lackmarkts aus. In den nächsten zehn Jahren wird das Volumen jedoch deutlich zunehmen. Ceresana erwartet Zuwächse von jährlich über 5,1 % in Asien, 3,9 % in Europa und 3,3 % in Nordamerika.
Für einen wirklichen Durchbruch sind allerdings noch viele Herausforderungen zu meistern: Preise und Eigenschaften der Bio-Produkte können mit der fossilen Konkurrenz noch nicht bei allen Anwendungen mithalten. Bislang ist auch noch ungeklärt, was „bio“ für Farben und Lacke genau heißen soll. Im Idealfall stammen die natürlichen Rohstoffe aus nachhaltiger Land-, Forst- oder Fischerei-Wirtschaft und bleiben möglichst unverändert.
Biobasierte Farben und Lacke: ungiftig, umweltfreundlich und vorteilhaft
Minerale und nachwachsende Rohstoffe bieten nicht nur mehr Unabhängigkeit von Erdöl und Erdgas: Bio-Farben und Lacke sind zwar oft teurer als fossile Produkte, können aber zum Teil bessere Qualität und Wirtschaftlichkeit bieten, etwa Vorteile wie höhere Farbbeständigkeit, Abriebfestigkeit, Viskosität oder Farbabdeckung.
Naturpigmente bieten ein breites Farbspektrum. Diffusionsoffene Naturfarben vermeiden Kondenswasser und Schimmel: Sie lassen Luftfeuchtigkeit durch, können sie speichern und wieder abgeben. Ein Hauptargument für „grüne“ Beschichtungen ist Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt: Die Langzeitwirkungen von Lösungsmitteln, Weichmachern, Nanopartikeln und anderen potentiell giftigen Farb-Substanzen müssen oft erst noch erforscht werden, insbesondere das Zusammenspiel von Cocktails aus verschiedenen Stoffen.
Dagegen sind viele natürliche Materialien schon seit Jahrhunderten bekannt und erprobt. Die „Volldeklaration“ aller Inhaltsstoffe hilft nicht nur Allergikern und Menschen mit Chemikalien-Unverträglichkeiten. Biologisch abbaubare Farbreste können einfach auf dem Komposthaufen entsorgt werden.
Bild: Ceresana

