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Maler- und Lackiererinnung Erfurt/ILM-Kreis im Portrait

Nur durch Engagement kann der Wandel im Maler- und Lackiererhandwerk vorangetrieben werden, meint Marco Korsa, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Erfurt.

Zur Innung kam Korsa vor etwas mehr als sechs Jahren durch den ehemaligen Obermeister. Als dieser sein Amt niederlegen wollte, fragte er den jetzigen OM, ob er übernehmen möchte. „Ich hatte schon immer das größte Mundwerk“, begründet Korsa das scherzhaft und fügt hinzu: „Ich versuche immer, mich überall einzubringen, wo ich mich einbringen kann.“ Das „große Mundwerk“ von dem er spricht, benötigt das Malerhandwerk, um die zahlreichen Herausforderungen der heutigen Zeit stemmen zu können. 

Und Herausforderungen gab es innerhalb der bisher vierjährigen Amtszeit Korsas einige. „Es war gerade mal ein Jahr, in dem es keine Probleme gab. Dann kam die Corona-Pandemie.“ Für den Obermeister bedeutete das, dass er auf „mehreren Baustellen kämpfen“ musste.

Unter anderem durfte er sich mit seinen Mitgliedsbetrieben nicht versammeln. So mussten die quartalsweise stattfindenden Innungsversammlungen, auf die Korsa großen Wert legt, regelmäßig ausfallen.

Ansprechpartner für die Innungsmitglieder

Als Obermeister versucht Korsa auf die individuellen Belange der Mitgliedsbetriebe einzugehen. Oftmals drehen diese sich um rechtliche Fragen. Auch kommen die Betriebe auf die Innung zu, wenn „ein Kind in den Brunnen gefallen ist“, so Korsa. „Ich versuche dann schnell eine geeignete Lösung zu finden.“ Diese beinhalten z. B. das Übermitteln von passenden Ansprechpartnern, die rechtliche oder technische Fragen beantworten und dem Betrieb so helfen können.

Korsa fungiert auch häufig als „Bindeglied“ zwischen Handwerker und der Handwerkskammer sowie dem Landesinnungsverband oder dem Bundesverband. Wenn es z. B. um die steigenden Materialkosten geht, sind Landes- und Bundesverband die richtigen Ansprechpartner für die Betriebe. Denn diese führen die Gespräche mit der Industrie.

Krisenmodus – ja oder nein?

Seit einem Jahr beherrscht der Krieg in der Ukraine die Welt. Jeder Einzelne beschäftigt sich mit steigenden Energiepreisen und höheren Kosten in zahlreichen Bereichen. Korsas Prognose für das Malerhandwerk ist jedoch nicht so düster, wie die aktuelle Krise vermuten lässt.

„Es kommt immer auch darauf an, wie ein Betrieb aufgestellt ist. Wir Maler sind so breit aufgestellt. Betriebe bieten zahlreiche Leistungen vom Trockenbau bis hin zu Arbeiten am Fußboden. Wenn Betriebe sich frühzeitig anpassen, werden sie auch gut durch die Krise kommen“, meint der Obermeister.   

Herausforderung Nachwuchsgewinnung

Ein Hauptthema, mit dem sich das Malerhandwerk in Erfurt beschäftigen muss, ist die Sicherung der Fachkräftebasis. Viele Betriebsinhaber werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Genügend Nachwuchskräfte, die diese Lücken schließen könnten, kommen nicht nach.

„Das wird uns noch auf die Füße fallen“, sagt Korsa. Betriebe müssen ausbilden, um in Zukunft weiter bestehen zu können. Laut des Obermeisters ist diese Problematik in der Öffentlichkeit und auch bei der Industrie angekommen. So hat z. B. Farbenhersteller Brillux eine Nachwuchsinitiative gestartet, die das Malerhandwerk für junge Menschen wieder attraktiver machen soll. Auch in der Region Erfurt ist die Initiative aktiv vertreten. „An solchen Aktionen müssen Handwerker sich beteiligen und mitziehen. So sehen Schüler, dass es uns gibt“, sagt Korsa.

Bei den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, zu zeigen, was das Malerhandwerk leistet und welche Möglichkeiten es bietet, spielt bei der Nachwuchsgewinnung eine große Rolle. „Wir müssen das Bild vom Handwerker mit schmutzigen Händen, der nichts verdient, aus den Köpfen der Jugendlichen bekommen. Dieses Bild ist leider jahrelang geprägt worden“, sagt Korsa.

Im Malerhandwerk kommen heute verschiedene technischen Systeme, wie z. B. Spritzgeräte zum Einsatz, die die Arbeit erleichtern. Laut Korsa wissen das die wenigsten. Es ist wichtig, den jungen Menschen zu zeigen, was ein Maler wirklich macht und mit welchen Technologien in dem Beruf gearbeitet wird. Berufsmessen und Besuche an Schulen bieten diese Möglichkeit – Betriebe müssen diese aber auch wahrnehmen.

„In der Region Erfurt haben viele Altmeister in den letzten Jahren nicht mehr genug ausgebildet. Da wurde leider an der falschen Stelle gespart. Der Trend geht aber zum Glück langsam wieder in die andere Richtung“, so Korsa. Er pflegt engen Kontakt zur Berufsschule und dort ist zu sehen, dass die Klassen wieder besser gefüllt sind, als vor etwa fünf Jahren.

Mit Technik begeistern

Gemeinsam mit dem Arbeitsamt veranstaltet die Innung eine Jobmesse. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Möglichkeit geboten, den Schülern die technischen Geräte, mit denen ein Maler täglich arbeitet, zu zeigen. Korsa sagt dazu: „Bei technikaffinen jungen Menschen schafft man mit Technik Begeisterung. Nur mit einem Pinsel in der Hand gelingt das nicht und das ist ein Bild, das viele vom Malerhandwerk haben.“ Zu zeigen, wie vielseitig die Arbeit eines Maler ist, ist eine gute Möglichkeit, um junge Menschen für den Beruf, der „kein stumpfer pinselquerer Beruf ist“ zu gewinnen.   

Autorin: Kyra Kutter

Bild: Marco Korsa, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Erfurt/ILM-Kreis:
Quelle: Maler-Meisterbetrieb Marco Korsa

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