Das in Anröchte, Nordrhein-Westfalen ansässige Unternehmen hat wie viele andere Holzfertigbaubetriebe nach wie vor ein Standbein im privaten Eigenheimbau, befasst sich jedoch schon seit geraumer Zeit auch mit deutlich größeren Projekten.
Ein Beispiel für sein professionelles Change-Management unter veränderten Prämissen ist die „Neue Mitte Herdorf“, die das DHV-Mitgliedsunternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Euteneuer Architekten aus Neunkirchen von 2019 bis 2021 realisiert hat. „Nachhaltig und zukunftsfähig bauen“ ist der Leitgedanke, den Firma Roreger bei sämtlichen Bauvorhaben konsequent verfolgt.
Es war eines der größten Bauprojekte in der gut 70-jährigen Firmengeschichte, die das heuer 55 Mitarbeiter starke Holzbauunternehmen vollendet hat: Zum Projekt „Neue Mitte Herdorf“ gehört u. a. eine in reiner Holzbauweise errichtete Dreifachturnhalle, die auf einem Fachmarktzentrum aus Beton gegründet wurde.
Ökologische EK-Strategie
Roreger habe sich weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus einen Namen für präzises Projektmanagement und gekonnte Realisierung komplexer Holzbauprojekte gemacht. Das Naturmaterial, das dabei verwendet wird, stammt stets aus regionalen Bezugsquellen: „Wir beziehen unser gesamtes Holz aus heimischen Forsten von drei angestammten Sägewerken. Dadurch, dass wir bei der Wahl unserer Lieferanten auf größtmögliche Nähe zu unserem Werk in Anröchte achten, vermeiden wir unnötigen CO2-Ausstoß auf dem Transportweg. Unser Rohholz kommt hauptsächlich aus dem Sauerland, ist zertifiziert und erfüllt die strengen Anforderungen des FSC- oder PEFC-Herkunftssiegels“, erläutert Maximilian Roreger, der das leistungsstarke DHV-Mitgliedsunternehmen in dritter Generation leitet.
Holzbau aus Passion
Anfang des 20. Jahrhunderts war das Unternehmen Roreger eines der ersten mühlenbetriebenen Sägewerke in Nordrhein-Westfalen. Im 2. Weltkrieg zerstört, wurde der Betrieb 1952 von Theodor Roreger sen. wieder aufgebaut. Schnell entwickelte sich ein zweites Standbein: das Zimmereigeschäft. Mit der Übernahme durch Dipl.-Ing. Theodor Roreger verlagerte sich der Fokus ab Mitte der 1980er-Jahre zunehmend auf den Bau von Häusern aus Holz. „Im Haus- und Objektbau sind wir heute sowohl in Anröchte, Lippstadt und im Kreis Soest als auch in ganz NRW gefragt.“, hebt Geschäftsleitungsassistentin Simone Beckstedde hervor.
Im Vordergrund stehen dabei Wohnhäuser in Holzständerbauart, die sich vor allem durch kurze Bauzeiten, den Einsatz ökologischer Werkstoffe sowie sehr gute Dämmwerte auszeichnen. In der 2.700 m² großen Halle, die mit modernster CNC-Technik ausgestattet ist, gibt es bei Holzbau Roreger genügend Platz zur Vorfertigung selbst komplexester Wand-, Dach- und Deckenelemente.
Innovativ bis ins Detail
Die neue Fertigungshalle in Anröchte wurde 2019 errichtet und kam genau zur richtigen Zeit. Programmgesteuert entstehen hier auf das jeweilige Bauvorhaben spezifisch abgestimmte Elemente wie zum Beispiel das Roreger-Fertigdach. Es kommt vorwiegend bei Mehrfamilienhäusern und Objektbauten zum Einsatz und besticht durch ultrakurze Bau- und Montagezeiten. Mehrere seriell vorgefertigte Elemente werden dabei zu einem kompletten Dach kombiniert. Jedes einzelne Dachbauelement wird noch im Werk vollständig gedämmt, wobei ausschließlich ökologische Dämmstoffe Verwendung finden.
Mit Augenmaß und Sachverstand
Maximilian Roreger, gelernter Zimmermann sowie B.Eng. Holzbau und Ausbau mit Rosenheimer Abschluss, ist seit 2021 Geschäftsführer von Holzbau Roreger. Er stellt sich der Herausforderung, den betrieblichen Schwerpunkt vom klassischen Ein- und Zweifamilienhausbau hin zu größeren Objekten zu verlagern: „Bisher konnten wir selbst sehr komplexe Holzbauvorhaben noch immer aus eigener Kraft stemmen“, hebt er hervor. Für projektbezogene Kooperationen ist das DHV- und 81fünf-Mitgliedsunternehmen jedoch offen. „Wir kennen unsere Stärken ebenso wie unsere Grenzen und wissen natürlich, dass man selbst als noch so leistungsfähiger Holzbaubetrieb gut beraten ist, sich im Bedarfsfall die Expertise und Mitwirkung gleichgesinnter Partner zu sichern. Im DHV sowie im Netzwerk 81fünf finden wir die Unterstützung, die zum jeweiligen Projekt sowie zu uns optimal passt.“, fasst Maximilian Roreger zusammen.
Autor: Achim Dathe
Bild: Made by Holzbau Roreger: Neue Mitte Herdorf, Freizeit-Treffpunkt und Einkaufszentrum mit zahlreichen Geschäften für den täglichen Bedarf.
Quelle: Conné van d’Grachten für Holzbau Roreger/DHV

