Praxis

Roboter als Quantensprung in der Beschichtungstechnik

Caparol und der israelische Roboterhersteller Okibo entwickeln gemeinsam Roboter-Technologie für Beschichtungen.

Der Concept-Roboter soll Malern monotone und kraftzehrende Tätigkeiten erleichtern und mehr Freiraum für filigrane, hochwertige Handwerkskunst bieten. Arbeit gibt es genug. Und nicht für jede kommt der Roboter gleichermaßen in Frage. Zudem gibt es Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit die Technologie genutzt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Höhenmaße, die 4 m nicht überschreiten dürfen. Auch hier gilt: Handwerkliche Arbeit gelingt nur mit Menschenhand, und genau die steuert die Aktivitäten des Roboters, der seine Stärken idealerweise auf großen und zusammenhängenden Flächen unter Beweis stellen kann. 

Einsatzgebiete sind u. a. Tiefgaragen, Parkhäuser, Serverräume und Rechenzentren, Shopping Center, Einzel- und Großhandelsflächen, Lager und Fabrikhallen sowie Tunnel und Unterführungen bis vier Meter Höhe. Auch auf Teilflächen in Bürogebäuden, Hotels oder Krankenhäuser kann der Roboter zum Einsatz kommen.

Concept-Roboter in der Testphase bei Malerbetrieb

Ein Unternehmen, das sich die Vorzüge der neuen Technologie zu Nutze macht, indem es den Concept-Roboter zum Laufen bringt, ist die temps GmbH Malereibetriebe im niedersächsischen Neustadt. „Der Roboter ist noch in der Lehre. Die Probezeit hat er aber schon bestanden“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich Temps über den bisherigen Verlauf der Testphase: „Die Effizienz lässt sich sicher noch weiter erhöhen, in der Summe ist das alles sehr vielversprechend.“

Seit rund fünf Monaten ist der Roboter im Einsatz – wie Pinsel, Rolle, die Airless-Spritz- und andere Maschinentechnik, derer sich das Familienunternehmen mit Erfolg bedient. „Der Mensch im Handwerk ist durch nichts zu ersetzen. Schon gar nicht durch einen Roboter“, betont Ulrich Temps: „Doch manchmal kann er helfen.“

Dank Roboter mehr Zeit für neue Aufträge

Die Vorzüge sind offenkundig: Wenn die menschlichen Kräfte nachlassen, arbeitet das neue maschinelle Teammitglied verlässlich, gleichbleibend exakt im gewählten Verfahren, stets verfügbar in konstant hoher Qualität – automatisch gesteuert von einem Operator. Wenn Arbeiten mittels der neuen Technologie schneller verrichtet werden können, bleibt mehr Zeit für neue Aufträge. Während früher drei Mitarbeiter auf einer Baustelle tätig waren, soll es schon bald umgekehrt und damit wesentlich produktiver zugehen: jeweils ein Mitarbeiter auf drei Baustellen mit Hilfe des Roboters zeitgleich im Einsatz.

So kann sich Robotik auch als hilfreich erweisen, um den Fachkräftemangel zu kompensieren, der sich noch verschärfen dürfte: Maler sind im Schnitt älter als 40 Jahre. In 17 Jahren geht die Hälfte der Beschäftigten in den Ruhestand. Als Operator oder „Malertroniker“ tätig zu werden, kann den Beruf indes attraktiver und so für Nachwuchskräfte interessant machen. Dass mühevolles Arbeiten über Kopf zu einem großen Teil vom Concept-Roboter ausgeführt werden kann. Dies dient zudem der Gesundheit der Beschäftigten und gehört zu den weiteren Vorzügen der neuen Technologie.

Damit tritt ein, was eine unlängst durchgeführte Befragung von Forsa im Auftrag des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz ergeben hat. In der Studie äußerten sich mehr als 600 Maler und Lackierer über die Zukunft der Branche. Dabei waren 70 % der Auffassung, dass im Jahr 2040 Roboter den Maler bei der Arbeit unterstützen und seine Leistung erhöhen. Ein Drittel der Befragten gab an, dass Robotik bereits vor 2040 relevant wird. „Nicht zuletzt diese Resultate haben uns veranlasst, sich intensiver mit der Thematik zu befassen“, sagt Caparol-Geschäftsführer Guido Kuphal: „Wir wollen dem Maler helfen und gemeinsam mit dem Handwerk die Zukunft gestalten.“

Die Technologie live erleben

Den Beschichtungsroboter präsentiert Caparol erstmals auf der Messe BAU 2023 (Halle A1, Stand 119). Diese findet vom 17. bis 22. April in München statt.

Bild: Mühsame und monotone Aufgaben, die außergewöhnliche Geschwindigkeit, Kraft und Präzision erfordern, fallen in die Zuständigkeit des Roboters. Damit bleibt mehr Zeit für filigrane Arbeiten, die handwerkliches Geschick erfordern.
Quelle: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Emanuel A. Klempa 

Weitere Beiträge