Rund 75 Fachleute aus Tapetenindustrie, Handel und Handwerk trafen sich am 15. September zum Tapetengipfel des Verbands der Deutschen Tapetenindustrie e. V. (VDT) in Bad Homburg. Im Mittelpunkt standen neben der aktuellen Marktentwicklung zwei Themen, die die Branche derzeit besonders beschäftigen: Künstliche Intelligenz (KI) und die veränderte Rolle von Messen.
Zum Auftakt gab VDT-Vorsitzender Dr. Frederik Rasch einen Überblick über die aktuelle Marktlage. Während Absatz und Umsatz im Inland weiterhin deutlich zurückgehen, zeigt sich das Ausland vergleichsweise stabil. Anschließend präsentierte Rasch Ergebnisse der aktuellen YouGov-Studie „Die Tapete aus Kundensicht“. Sie zeigt: Das Interesse an Wandgestaltung ist groß, gleichzeitig besteht bei der Entscheidung für Tapete vielfach Unsicherheit. Beratung, Muster und digitale Visualisierung können hier wichtige Orientierung geben.
KI zwischen Chancen und Grenzen
Wie Künstliche Intelligenz schon heute als Inspirations- und Ideenmaschine eingesetzt werden kann, zeigte Meike Bendel von Republic of Yes. Anschließend diskutierten Frank Böttner, Decor Union, Paul Eitel, Marburger Tapetenfabrik, Nicole Mayer, MYR Deco & More, und Sebastian Moos, Einrichtungspartnerring VME, unter Moderation von VDT-Geschäftsführer Karsten Brandt. Sie beleuchteten Chancen und Risiken aus ihrer jeweiligen Perspektive. Der Tenor: Die Möglichkeiten von KI sollten aktiv genutzt werden, ohne Grenzen und Risiken aus dem Blick zu verlieren. Zahlreiche Fragen und Beiträge aus dem Publikum zeigten, wie intensiv sich die Branche bereits mit dem Thema beschäftigt.
Welche Messen braucht die Branche?
Welche Rolle spielen Messen künftig für die unterschiedlichen Marktbeteiligten? Bettina Bär, Heimtextil, Annette Levy, Domotex, Bettina Erdmann, FAF Farbe, und Joachim Klein, MEGA, stellten zunächst die unterschiedlichen Profile und Zielgruppen ihrer Veranstaltungen vor.
Anschließend diskutierten Mike Eichmüller, soa Paint & Paper, Alexandra Friedrich, Wand + Boden VFG, Dirk Steinhoff, Marburger Tapetenfabrik, und Dr. Frederik Rasch, Rasch Tapeten, unter Moderation von Frank Böttner. Die lebhafte Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Erwartungen an heutige Messeformate sind und wie komplex die Ansprache verschiedener Zielgruppen geworden ist.
Austausch bleibt unverzichtbar
Der Tapetengipfel hat damit erneut gezeigt, wie wichtig ein gemeinsames Forum für Industrie, Handel und Handwerk ist. Aktuelle Themen offen zu diskutieren, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen und persönliche Kontakte zu pflegen, bleibt für die Branche unverzichtbar. Die nächste Ausgabe des Tapetengipfels ist für 2027 vorgesehen und bereits in Vorbereitung.
Am Rande der Veranstaltung informierte der VDT zudem über den zum 1. Januar 2027 anstehenden Umzug seiner Geschäftsstelle zum Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) nach Bad Honnef. Der VDT bleibt als eigenständiger Verband bestehen. Der neue Geschäftsführer Jan Kurth und VDT-Geschäftsführer Karsten Brandt werden das Jahr 2027 gemeinsam planen und den Übergang gestalten, bevor Brandt Anfang 2028 in den Ruhestand geht.
