Zum zweiten Mal wurde Ulrich Bomm an die Spitze der Innung gewählt. Warum ihm die Innungsarbeit wichtig ist? „Wir wollen aktiv etwas gestalten“, schildert der Handwerksunternehmer aus Weitersburg. Drei Grundaufgaben hat die Innung: Ausbildung, Tarifpolitik und die Erarbeitung der technischen Richtlinien des Fachs, bei den Malern sind das die BFS Merkblätter. Vor allem der letzte Punkt motiviert Bomm: „Wir im deutschen Handwerk arbeiten auf Grundlage der von uns selbst erarbeiteten Richtlinien.“ Ein Fakt, der viel zu wenig bekannt sei. „Es sind die Menschen, die Tag für Tag draußen handwerklich arbeiten, die die Normen für den jeweiligen Beruf gestalten - denn sie sind diejenigen, die wissen, was funktioniert und was nicht.“
Über die Ausschüsse gelangen die Ideen ausgehend von den Innungen über die Landesverbände auf Bundesebene, wo sie gemeinsam mit Experten aus der Industrie und dem Sachverständigenwesen erarbeitet und dann im politischen Verfahren zum Gesetz gemacht werden. Diese Gestaltungsmöglichkeit begeistert Bomm: „Bei der Gesetzesgebung aktiv mitarbeiten, das ist unser Vorteil hier in Deutschland.“ Nur so entstehen Richtlinien, die nicht am grünen Tisch ersonnen wurden, keinen Interessen von Industrie und Politik entspringen, sondern aus der Praxis kommen, so der Obermeister. Darum sein Appell an alle Arbeitskollegen: Nicht nur das eigene Süppchen kochen, „kommt in die Innung und gestaltet mit.“
Patrick Klein, Christof Kaul, Hans-Joachim Rolof, Wolfgang Hein, Bernd Gerardy, Thomas Gerz und Christoph Wilhelmi: Der wiedergewählte neue Vorstand der Innung Farbe Gestaltung Bautenschutz Mittelrhein-Mosel-Eifel jedenfalls ist mit Überzeugung dabei. Neu dazu gewählt wurden Thomas Pörsch und Otmar Klein.
Die Gerüstbauordnung und die Betonoberflächensanierung sind zwei Beispiele aus jüngster Zeit, wie Gesetze mitgestaltet und zum Vorteil des Gewerkes und vor allem für die Kunden positiv verändert werden konnten.
Die Ausbildungssituation bereitet der Innung nach wie vor Sorgen, gibt es doch zu wenig junge Interessenten. Dabei bringt der Beruf Farbe ins Leben: Von der abwechslungsreichen, kreativen Tätigkeit über gute Verdienstmöglichkeiten und den Vorteil – da überall gesucht - , sich seinen Arbeits- und Heimatort selbst auszuwählen, hat er viel zu bieten. Die vom Landesverband initiierte digitale Nachhilfeplattform „Schlaumaler“ ermöglicht es den Azubis zudem, sich bei Bedarf kostenfrei und anonym unterstützen zu lassen.
www.malerinnung-mittelrhein.de
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