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„Zeigt, was ihr macht!“ – Nachgefragt bei Social Media-Experte Christian Keller

Social Media bietet Malerbetrieben die Möglichkeit, junge Menschen für ihren Beruf zu begeistern. Das weiß auch Christian Keller von Kellerdigital. Er unterstützt Handwerksbetriebe beim Recruiting via Social Media.

DER MALER: Herr Keller, zu Beginn: Warum gibt es Ihrer Meinung nach den Mangel an Auszubildenden im Handwerk?

Christian Keller: Aus Gesprächen mit Kunden und Partnern höre ich häufig heraus, dass die Fachberufe ein eher geringeres Ansehen in der Gesellschaft haben. Vor allem jungen Menschen wird förmlich davon abgeraten, in diesen Berufen tätig zu werden. Meistens bekommen sie diese Ansicht aus dem persönlichen Umfeld mit. Hinzu kommt, dass viele Betriebe sich nicht genug Gedanken darüber machen, wie sie ihren Berufsalltag attraktiv darstellen können. Doch gerade das Berufsbild eines Malers ist doch so vielseitig, spannend und auch lukrativ. Die Auftragsbücher sind voll. Genau hier kommt Social Media ins Spiel. Denn dort kann ich den Menschen zeigen, wie kreativ und bunt der Berufsalltag eines Malers ist.

MALER: Welche Vorteile bietet das Recruiting über Social Media im Gegensatz zu klassichen Recruiting-Wegen wie Jobportale, Stellenanzeigen auf der Website und Zeitungsannoncen?

Keller: Der klare Vorteil ist, dass man Einblick in den Berufsalltag geben kann. Nachwuchskräfte sehen dort, wer der zukünftige Chef, die zukünftigen Kollegen sind und was einen in dem Betrieb erwartet. Die jungen Menschen bekommen einen ehrlichen Einblick in den Beruf, den eine DIN-A4-Stellenanzeige so niemals darstellen kann. Außerdem vereinfacht man den Bewerbungsprozess. Man spricht Menschen an, die nicht gezielt nach einem Job suchen. Das heißt, Betriebe wecken mithilfe von Social Media echtes Interesse. 

MALER: Worauf sollten Malerbetriebe bei ihren Postings auf Instagram und TikTok Ihrer Erfahrung nach achten?

Keller: In ihren Postings sollten Betriebe das hervorheben, was sie besonders macht. Das Malerhandwerk hat hier den Vorteil, dass es schöne und vielseitige Projekte zeigen kann. Es handelt sich hier ja um ein sehr visuelles und attraktives Gewerk. Diese Seite des Berufs sollten Unternehmen zeigen: schöne Wandkunst, Projektreferenzen, Vorher-Nachher-Bilder und vieles mehr. Ich gebe Kunden immer den Rat, zu zeigen, was sie täglich auf der Arbeit tun. So wissen zukünftige Auszubildende, auf was sie sich einlassen.

MALER: Und wovon raten Sie Betrieben ab?

Keller: Auf keinen Fall sollten Stockfotos verwendet werden, wenn ich meinen Betrieb auf Social Media zeigen möchte. Auch sollten Standard-Floskeln und -Phrasen vermieden werden. Was genau ist denn zum Beispiel ein „dynamisches Team“? Lieber zeigt man auf seinen Fotos oder Videos, dass seine Mitarbeiter sich gut verstehen und zusammenhalten. 

MALER: Wie können Betriebe denn genügend Menschen erreichen?

Keller: Ein wichtiger Faktor ist Zeit. Permanentes Posten spielt hierbei eine Rolle. Die meisten Betriebe haben jedoch viel zu tun, weshalb für das Pflegen eines Social-Media-Kanals oft nicht viel Zeit übrigbleibt. Die Lösung ist bezahlte Werbung. Denn diese ermöglicht die direkte Ansprache der Zielgruppe, die mit den Posts erreicht werden soll. Und das mit weniger Aufwand.

MALER: Herr Keller, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Kyra Kutter, Redaktion MALER UND LACKIERERMEISTER.

Bild: Christian Keller ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Online-Marketing-Dienstleisters Kellerdigital GmbH, www.kellerdigital.de. (Bild: Kellerdigital)

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