Mit der Entscheidung der Mitgliederversammlung vom 10. März 2026 stellen sich die Maler- und Lackiererinnungsverbände aus Nordrhein und Westfalen gemeinsam neu auf. Vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung entsteht der Maler- und Lackiererinnungsverband Nordrhein-Westfalen – ein Landesinnungsverband, der 48 Innungen mit rund 3.100 Innungsbetrieben unter einem Dach vereint.
Der Zusammenschluss markiert keinen Bruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung gewachsener Zusammenarbeit. Beide bisherigen Verbände haben in den vergangenen Jahren in zahlreichen Projekten eng kooperiert. Nun werden Kompetenzen, Erfahrung und Ressourcen strukturell gebündelt – mit einem klaren Ziel: die Betriebe im Land nachhaltig zu stärken.
Die Bedeutung dieses Schrittes wurde auch durch hochrangige Gäste unterstrichen. Der Mitgliederversammlung wohnten unter anderem Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Guido Müller, Präsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, bei. Beide richteten Grußworte an die Delegierten und würdigten den Zusammenschluss als wichtigen Schritt zur Stärkung des organisierten Handwerks.
„Zukunft entsteht gemeinsam“ – Leitmotiv und Auftrag
Das offizielle Leitmotiv des neuen Verbandes lautet: „Zukunft entsteht gemeinsam.“ Es steht für den Anspruch, Herausforderungen nicht isoliert, sondern im Schulterschluss anzugehen. „Die Herausforderungen für das Handwerk sind in den letzten Jahren deutlich größer geworden“, betont der neue und von den Delegierten einstimmig gewählte Landesinnungsmeister Jörg Schmitz. Themen wie Fachkräftesicherung, wirtschaftlicher Druck, technische Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen erforderten starke, verlässliche Strukturen. „Der Zusammenschluss ist deshalb kein kurzfristiges Projekt, sondern eine logische Konsequenz aus der Entwicklung unserer Branche.“
Auch NRW-Geschäftsführer Peter Schuchart, der seit über 20 Jahren in führender Funktion für das organisierte Maler- und Lackiererhandwerk tätig ist, unterstreicht die strategische Dimension: „Wir bündeln Kompetenzen, Ressourcen und Erfahrung. Dadurch können wir die Interessen unserer Innungen und Betriebe klarer vertreten und gleichzeitig effizientere Strukturen schaffen.“
Mehr Unterstützung für Innungen und Betriebe
Für die 48 Innungen mit rund 3.100 Innungsbetrieben bedeutet der neue Landesinnungsverband vor allem eines: mehr Schlagkraft nach außen und mehr Service nach innen. Ein größerer Verband verfügt über stärkere organisatorische Ressourcen, kann Angebote gezielter weiterentwickeln und Prozesse effizienter gestalten. Weiterbildung, Beratung, Nachwuchsgewinnung und fachliche Unterstützung werden künftig noch enger verzahnt.
Gleichzeitig bleibt die Nähe zur Basis ein zentrales Anliegen. Der Verband wird Nordrhein-Westfalen geografisch in Regionen gliedern. Mitglieder des Vorstands übernehmen künftig als regionale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Verantwortung – mit dem Ziel, die Ansprechbarkeit zu erhöhen und Innungen sowie Betriebe noch direkter zu begleiten. „Für den einzelnen Betrieb soll der Verband nicht abstrakter, sondern im Gegenteil noch näher werden“, so Schuchart. „Unser Anspruch ist, dass Betriebe ganz konkret spüren, dass dieser Zusammenschluss ihnen Vorteile bringt – im Alltag, bei Fragen, bei Herausforderungen.“
Klare Struktur, starke Führung
Mit dem Zusammenschluss entsteht ein einheitlicher Landesinnungsverband mit klarer Struktur. Beide bisherigen Standorte in Holzwickede und Köln bleiben erhalten und sichern die landesweite Präsenz. An der Spitze steht Landesinnungsmeister Jörg Schmitz, langjähriges Vorstandsmitglied und stellvertretender Landesinnungsmeister des nordrheinischen Verbandes. Die Geschäftsführung liegt weiterhin in den Händen von Peter Schuchart, der bereits beide bisherigen Verbände geführt hat.
Zum Vorstand des neuen Verbandes gehören:
- Maler- und Lackierermeisterin Heike Balve-Richard, Innung Unna, stellvertretende Landesinnungsmeisterin
- Maler- und Lackierermeister Marc-Alexander Kecker, Innung Essen, stellvertretender Landesinnungsmeister
- Maler- und Lackierermeister Sascha Sturtz, Innung Dortmund und Lünen, stellvertretender Landesinnungsmeister
- Maler- und Lackierermeister Sebastian Epe, Innung Köln
- Maler- und Lackierermeister Thorsten Gutsell, Innung Lippe
- Maler- und Lackierermeister Maik Hensel, Innung Bergisches Land
- Maler- und Lackierermeister Jan Jülkenbeck, Innung Mittleres Ruhrgebiet
- Maler- und Lackierermeister André Schnakenwinkel, Innung Gütersloh
- Maler- und Lackierermeister Ralf Heinz Weber, Innung Mettmann
- Kooptiert: Heiner Stahl, Vorsitzender Bundesverband Korrosionsschutz e. V.
Gemeinsam repräsentieren sie die fachliche Breite und regionale Vielfalt des Maler- und Lackiererhandwerks in Nordrhein-Westfalen.
Verdiente Persönlichkeiten des Handwerks geehrt
Im Zuge der Neuaufstellung wurden auch Persönlichkeiten geehrt, die das organisierte Maler- und Lackiererhandwerk in Nordrhein und Westfalen über viele Jahre maßgeblich geprägt haben. Über Jahrzehnte hinweg lenkten die Maler- und Lackierermeister Dietmar Ahle (Westfalen) und Jan Bauer (Nordrhein) in unterschiedlichen Funktionen und Positionen die Geschicke des Handwerks auf Landes- und Bundesebene. Beide schieden im Zuge des Zusammenschlusses aus den Vorständen aus und wurden von den Delegierten mit stehenden Ovationen verabschiedet. Als besondere Würdigung ihres langjährigen Engagements wurden sie zu Ehrenmeistern des Maler- und Lackiererinnungsverbandes Nordrhein-Westfalen ernannt. Auch Ludger Röwer, der über viele Jahrzehnte dem Vorstand in Westfalen angehörte, erhielt diese besondere Auszeichnung. Für seine engagierte Vorstandsarbeit wurde zudem Sven Zöller gedankt, der ebenfalls aus dem Vorstand ausschied.
Gemeinsame Antworten auf zentrale Zukunftsfragen
Inhaltlich stehen zentrale Branchenthemen auf der Agenda: Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung, wirtschaftliche Stabilität der Betriebe, Digitalisierung, technische Innovationen, nachhaltiges Bauen und energieeffiziente Lösungen. „Ohne qualifizierte junge Menschen hat unser Handwerk keine Zukunft“, betont Schmitz. Gleichzeitig gelte es, Betriebe strategisch zu begleiten und bei Transformationsprozessen zu unterstützen. Der neue Landesinnungsverband versteht sich dabei als Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Vernetzung. Entwicklungen sollen frühzeitig aufgegriffen und praxisnah umgesetzt werden – immer mit Blick auf die konkrete Realität in den Betrieben.
Ein Startpunkt, kein Endpunkt
Der Zusammenschluss ist kein Abschluss eines Prozesses, sondern der Beginn einer neuen Phase. Traditionen werden nicht aufgegeben, sondern zusammengeführt. Unterschiedliche Erfahrungen und gewachsene Strukturen bilden das Fundament für eine gemeinsame Zukunft. „Ich wünsche mir, dass der Verband als starke Gemeinschaft wahrgenommen wird – offen, verlässlich und nah an den Betrieben“, sagt Schmitz. „Wenn unsere Mitglieder sagen: ‚Der Verband hilft uns wirklich weiter‘, dann haben wir unser Ziel erreicht.“ Schuchart ergänzt: „Der Zusammenschluss ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Jetzt geht es darum, diese gemeinsame Zukunft Schritt für Schritt zu gestalten.“
Mit dem Maler- und Lackiererinnungsverband Nordrhein-Westfalen entsteht damit ein Verband, der auf Geschlossenheit setzt, ohne Nähe zu verlieren – und der sein Leitmotiv konsequent lebt: Zukunft entsteht gemeinsam.

